header
Gentz & Co - Hundesport
Menue
Aktualisiert am: 23.10.2011, 17:55
Fährtenhund

Grundlagen zum Verständis der Arbeit des Hundes

Fährtenarbeit ist der Überbegriff aller Ausbildungen welche die Nasenarbeit des Hundes zum Inhalt haben.

Die Nase, das Riechorgan des Hundes, ist wesentlich empfindlicher als das des Menschen. Hunde zählen zu den Nasentieren (Makrosmatikern). Grob zu erkennen ist der ausgeprägtere Geruchssinn schon an der Anzahl der Riechzellen, wobei es aber zwischen den Hunderassen erhebliche Unterschiede gibt. Im Vergleich hat der Mensch 5 Millionen Riechzellen, der Dackel 125 Millionen und der Schäferhund 220 Millionen.
Zur Beurteilung der Riechleistung reicht das aber bei weitem nicht aus: Messungen haben ergeben, dass das Riechvermögen des Hundes etwa eine Million Mal besser ist als das des Menschen. Der Hund kann in kurzen Atemzügen bis zu 300 Mal in der Minute atmen, so dass die Riechzellen ständig mit neuen Geruchspartikeln versorgt werden.
Eine ebenso wichtige Rolle spielt das Gehirn, hier werden die eintreffenden Daten verarbeitet und ausgewertet. Dabei ist zu beachten, dass Hunde „Stereo“ riechen können, die Nase kann also rechts und links differenzieren, ähnlich wie beim Sehen. Auf diese Weise ist der Hund fähig, die Richtung einer Spur zu beurteilen und selbst eine alte Spur zu verfolgen. Das Riechhirn ist im Vergleich zum Menschen riesig: Allein 10 % des Hundehirns ist dafür zuständig, beim Menschen ist es nur 1 %.
Hunde „schmecken“ Gerüche auch über das Jacobsonsche Organ (Vomeronasalorgan), welches sich im Gaumen befindet. Dieses transportiert die aufgenommene Information sofort an das Limbische System. Es ist für die Entstehung von Gefühlen, das Triebverhalten und für die Bildung von Hormonen verantwortlich.

Unter Berücksichtigung aller dieser über die Geruchsaufnahme des Hundes vorhandenen Informationen, trainieren wir unsere Hunde im Hundesport auf die "mechanische" Spur, also auf den Geruch von Verletzungen des beschädigten Erdbodens, der zertretenen Pflanzen und durch Kleinstlebewesen (Microorganismen).

Fährtenarbeit Eine Fährte im Hundesport besteht aus mehreren geradlinigen Abschnitten, den Schenkeln, sowie verschiedenen Winkeln zwischen diesen.
Zur Ausbildung im Bereich Schutzhund beziehungsweise VPG gehört, dass der Hund eine Fährte lesen und verfolgen kann. Diese Fähigkeit wird je nach Leistungsstufe unterschiedlich geprüft. Die Ausbildung sollte möglichst breit angelegt sein, in unterschiedlichen Geländen mit verschiedenen Erdoberflächen. Wichtig ist, dass der Hund sich mit der Nase orientieren soll und nicht mit den Augen.
Schon zu Beginn der Ausbildung sollte der Hund min. 20 Minuten nach dem Legen der Fährte die Spur aufnehmen, für die Fährtenhundeprüfung 1 und 2 ist die Fährte dann 3 Stunden alt. Je nach Ausbildungsstufe werden unterschiedlich viele Richtungswechsel eingebaut. Mit den Fährtenhundprüfungen (FH1-2 und IPO FH) kommt auch das suchen über einen Überweg dazu, sowie auch „Verleitungsfährten“: ein zweiter Fährtenleger legt eine Fährte, die die ursprüngliche Fährte kreuzt. Der Hund muss beim Suchen den minimal anderen Geruch der Spuren unterscheiden können und auf der ursprünglichen Fährte bleiben.

Folgendes Suchverhalten ist bei Sporthunden gewünscht:

  • intensives und ruhiges Aufnehmen der Witterung am Ansatz mit tiefer Nase
  • der Hund folgt mit tiefer Nase, in gleichmäßigem Tempo, intensiv dem Fährtenverlauf
  • sicheres Ausarbeiten der Winkel
  • sofortige Reaktion am Gegenstand (Aufnehmen oder Verweisen)
  • selbständige Arbeit ohne Einwirkung des Hundeführers wie Aufmunterungen oder Leinenkorrekturen.
  • positives Suchverhalten, der Hund soll frei und nicht gedrückt arbeiten

Prüfungsstufen 

  • FPr 1-3
    Die Fährtenprüfung Stufe 1-3 wurde aus den Schutzhundprüfungen 1-3 ausgekoppelt um einen leichteren Einsteig in die Fährtenarbeit zu ermöglichen. Für die FPr wird kein Ausbildungskennzeichen nach der Zucht- und Körordnung vergeben. Zu erarbeiten ist je nach Prüfungsstufe eine Fährtenlänge mit 300 bis 600 Schritten, 3 bis 5 Schenkel, 2 bis 4 Winkel und 2 bis 3 Gegenständen. Ablagezeit der Fährte 20 bis zuletzt 60 Minuten
  • FH 1-2
    Die Fährtenprüfung Stufe 1-2, mit Vergabe eines Ausbildungskennzeichens. Abgesucht wird hier mit gesteigerten Ansprüchen an die Ausbildung, eine Fährte mit 1200 bis 1800 Schritt, nach einer Ablagezeit von mindestens 3 Stunden. 4 bis 7 anzuzeigende Gegenstände verteilen sich auf 7 bis 8 Schenkel in wechseldem Gelänge. Ebenfalls ist eine feste, begangene Strasse Bestandteil, sowie eine Verleitungsfährte die vom Hund zu ignorieren ist. 6 bis 7 Winkel sind enthalten, in FH1 ausschließlich rechtwinklige, in FH2 aber auch 2 spitze Winkel und 1 Bogen.
  • IPO-FH
    2 Fremdfährten von 1800 Schritt Länge die an 2 aufeinanderfolgenden Tagen abgesucht werden müssen. Die Schwierigkeit bestimmen je 1 Verletungsfährte, 8 Schenkel, 7 Winkel und 7 Gegenstände.

Eine sehr schöne Seite zur Fährtenarbeit die auch für Anfänger und Einsteiger empfehlenswert ist
Ausbildung zum Fährtenhund ... besser und ausführlicher kann man auf dieses Thema wirklich nicht eingehen.

Zurück zu Hundesport

Volker und Carola Gentz, 47669 Wachtendonk